Lesehäppchen „Der siebte Rabe“

Da es mindestens eine Freiwillige gibt, die gequält werden möchte, komme ich dieser süßen Pflicht doch gerne nach. 🙂
Hier also ein Häppchen aus dem nächsten Ding, das ich zusammen mit Sandra Busch drehe:

“Ist da jemand?“ Er erhielt keine Antwort, allerdings glaubte er eine gleitende Bewegung im Unterholz zu entdecken.
“Hallo?“
Seine Brüder hatten ihm ein Stück des Weges entgegenkommen wollen. War das hier ein Streich, den sie ihm spielen wollten? Vielleicht hatten sie ihn zwischen den Gewitterwolken entdeckt und sich spontan zu diesem Schabernack entschlossen, als er sich für eine Landung entschied. Zuzutrauen wäre es ihnen allemal.
“Randyn? Bist du das?“
Stille. Dann ein kaum wahrnehmbares Knacken.
“Rayskel? Ris’tan?“
Donnergrollen. Inzwischen schon sehr viel näher. Eine erneute Bewegung zu seiner Linken ließ ihn herumwirbeln.
“Risser! Rynalph! Rakden! Das ist nicht witzig!“
Es lachte auch niemand, am allerwenigsten er selbst.
“Randyn, du Narrenprinz! Hört auf mit dem Unfug. Ich bin nicht die weite Strecke geflogen, um nun …“
War da ein Knurren? Seine Nackenhärchen stellten sich auf. Schlagartig fühlte er sich bedroht.
“Randyn?“, flüsterte er den Namen seines zwei Jahre älteren Lieblingsbruders. Unruhig trat er von einem Fuß auf den anderen, unschlüssig, wie er sich verhalten sollte. Das war kein Spaß mehr unter Brüdern. Das hier schmeckte nach Gefahr. Ein weiterer Blitz erhellte für einen kurzen Moment die Umgebung und brachte ein verstecktes Augenpaar zum Aufleuchten. Raj fuhr herum und begann zu rennen, wobei er seine Verwandlung einleitete. Doch bevor er Federn ausbilden und sich dem Himmel entgegenwerfen konnte, wurde ein Netz über ihn geschleudert. Er geriet ins Stolpern, verhedderte sich in den Maschen und stürzte hilflos zu Boden. Gleich darauf erstarrte er vor Furcht. Große Pfoten tauchten in seinem Blickfeld auf, tappten direkt auf ihn zu, verschwammen kurz und bewegten sich nun als Stiefel weiter. Neben seinem Gesicht blieben sie stehen. Raj ließ seinen Blick von den Stiefeln aus höher wandern. In ihnen steckte eine lederne Hose in braun-grünen Waldtönen und spannte ein wenig über den langen, kräftigen Beinen. Eine Tunika aus rauer grauer Wolle bildete zusammen mit einem Flickenmantel, der seinen Träger zwischen den Sträuchern sicherlich unsichtbar machte, den Abschluss der Bekleidung. Nun schaute er direkt in das Gesicht seines Angreifers – ein Gesicht von teuflischer Schönheit. Eine Wolke rötlichbraunen Haares rahmte es ein. Grüne Augen musterten ihn eindringlich. Eine Weile schwiegen sie sich an. Dann verzog sich der sinnliche Mund des Fremden zu einem Lächeln und entblößte dabei makellose spitze Zähne.

24 Kommentare zu “Lesehäppchen „Der siebte Rabe“”

  1. Sumito sagt:

    och wie gemein, ….bitte, bitte schnell fertig schreiben!! Will haben, will lesen!!

    OK, bin wieder ganz ruhig, ich kann ja geduldig sein 😉
    …..

  2. Nebelnymphe sagt:

    Na das fängt ja wieder stark an. Vielen Dank für die Folter. Kann mich nur Sumito anschliessen.
    Will haben – will lesen. Bitte weiter so! Danke.

  3. Traumleserin sagt:

    bitte, bitte verraten Sie mir doch wann das neue Werk erscheint.
    Bin voll auf Entzug – es gibt so wenig schöne Gschichten wie die aus diesem Literaturgenre.
    Herzl.Grüsse von der Traumleserin die eine lange Nacht vor sich hat. . .

  4. Sandra sagt:

    Gern geschehen, ich foltere auch jederzeit wieder. *ggg*

    Traumleserin: Ich kann dazu leider nichts sagen. Wir haben heute die 200.000 Zeichen-Marke geknackt. Entspricht so rund 150 Taschenbuch-Normseiten.
    Inhaltlich dürften wir so langsam ins letzte Drittel einschwenken.
    Nun zieht die liebe Sanna bald um und hat damit nicht nur irren Stress an der Backe kleben und dann naturgemäß weniger Zeit, Kraft und Nerven fürs Schreiben, sondern es besteht auch die Gefahr, dass sie eine Weile ohne Internet auskommen muss. *worstcasethinkable*
    Sobald das gute Stück geschrieben ist, muss es erst auch wieder ordentlich überarbeitet werden, es soll ja schließlich ein bisschen Qualität mitbringen. Also, gewollt käme es gerne noch Ende Februar raus, realistisch wird es wohl eher Ende März, April. Genauer geht es leider beim besten Willen nicht.

  5. Sumito sagt:

    uhi, habe gerade entdeckt, das es von Sandra am 1. März ein neues Buch heraus kommen soll „The Bride“ – bekkommt man das dann auch als ebook über beam??

    Ich weis das gehört hier nicht her, aber wo soll denn eine süchtige wie ich den sonst fragen *ferlegenhüstel*

  6. Sandra sagt:

    Auf Sandra Buschs Seite vielleicht? *ggg*
    Nee, passt schon. deadsoft-Bücher werden auch bei beam eingestellt. Und bei Thalia, libri und diversen anderen auch. Sollte es mal nicht zeitnah klappen, kann man auch auf der deadsoft-Seite selbst lieb anfragen, Simon hilft gerne weiter. 🙂

  7. Sumito sagt:

    danke schön dann werd ich (mal wieder ;-D ) geduldig abwarten.

  8. Nachtmahr sagt:

    Wir befinden uns auf der Zielgeraden mit knapp 280.000 Zeichen und über 44.000 Wörtern. Ich muss noch einen Tod verhindern, aber es läuft gerade wieder alles aus dem Rudel … äh … Ruder.

    Betet zum Telekomgott, dass mein Internet mich nicht verlässt. Ich bin sonst nicht lebensfähig.

  9. Sandra sagt:

    Hey, sei vorsichtig mit unseren Jungs! Auch mit den Nebenchars, die Brüder müssen vollzählig bleiben!
    Und dem Telekomgott hab ich bereits genauso viele Opfer dargebracht wie Fortuna, dass du mich bloß ja nicht verlässt. *nägelkau*

  10. Nachtmahr sagt:

    Wie immer endet es tragisch *seufz*
    Ich bin irgendwie kein Fan von Happy Ends

  11. Sandra sagt:

    Wieso tragisch? Dass der eine Bube abtritt, war doch irgendwie klar, alles andere hätte kaum funktioniert. Unseren Helden rette ich schon noch. 🙂

  12. Sandra sagt:

    Hm.
    Oder ich rette ihn nicht?
    *grübel*

  13. Sumito sagt:

    Himmel, ihr seit ja so was von fies, einfach so hier und da ein paar kleine bröckelchen vallen zu lassen…. *schnief*

  14. Sumito sagt:

    ups fallen natürlich 😉

  15. Nachtmahr sagt:

    Juchu! Ich darf nochmal morden!

  16. Nebelnymphe sagt:

    Was seid ihr dich für eine mordlüsterne Bande! Lasst doch wenigstens ein Pärchen für ein klitzekleines Happy-End übrig.

    Lg

  17. Sandra sagt:

    Och … ^^
    Hab gerade „Ende“ geschrieben. 🙂
    242 Normseiten bei 49.838 Wörtern.
    Das ist aber noch nicht der Endstand, von mir fehlt noch eine kleine Zwischenszene und Sanna muss noch ein bisschen metzeln. *freu*
    Da sie jetzt aber erst einmal mit ihrem Umzug beschäftigt ist, werde ich derweil schon mal überaaaaaaaaaaaaarbeiten.
    *stöhn*
    Wie sagte meine Omi immer so schön? „Et jiv kei‘ grüter Leid al‘ watt de Mensch sisch selv andeit!“
    (Es gibt kein größeres Leid als das, was der Mensch sich selbst antut.)

  18. Nebelnymphe sagt:

    Ohh… das sind ja tolle Aussichten *imkreisrumhüpf*
    Aber den Spruch deiner Oma solltest du umschreiben und zwar:
    …..was zwei mordlüsterne Autorinnen ihren Jungs antun (*kopfeinziehundweg*)

  19. Sumito sagt:

    wo Nebelnymphe recht hat, hat sie recht *lol* ….

    Na das sind ja mega aussichten, ich komme gern zum Karton auspacken helfen, dann gehts ein bissele schneller *hihi*

    (ich bin nur lieb, und nett, und freundlich……überhauptnicht eigennüzig und auf eigene -lesetechnische- Vorteile bedacht ;D )

  20. Stine sagt:

    Meine Güte, dass waren ja gerade mal zwei Wochen…kaum zu glauben, dass ihr zwei außer Schreiben (metzeln und arme Jungs leiden lassen) noch was anders fertig bringt (sowas wie Essen oder Schlafen oder so) Ich ziehe meinen Hut vor euch…und versuche meinen Schreibtisch nicht vollzusabbern, weil mir vor lauter Vorfreude direkt der Zahn tropft. (das hatte ich zuletzt, als ich nach 6monatiger Schokiabstinez plötzlich eine Milka vor der Nase hatte ^^)

  21. Sandra sagt:

    Hm, das bisschen Schreiben ist es ja wirklich nicht. Das waren jetzt für jede von uns ca. 10 – 15 Seiten pro Tag. Das ist, wenn es gut läuft, in 2 1/2 Stunden zu schaffen. Wenn es nicht ganz so will, max. 4-5 Stunden. Viel anstrengender ist nachher das Ãœberarbeiten. Eine Normeite tippe ich in 10-15 Minuten runter. Sie zu überarbeiten kostet 45-60 Minuten im Endergebnis, weil der Inhalt immer mal wieder angepasst, erweitert, gekürzt (…) werden muss. Braucht auch ca. die dreifache Konzentration. An guten Tagen schreibe ich 30-60 Seiten, Ãœberarbeitung hingegen …
    Mit einem Durchgang ist man nicht fertig, man muss immer wieder neu über die Seiten hecheln, mit der Gewissheit, dass man trotzdem nicht alle Fehler finden kann. *seufz*
    Gestern habe ich ca. 5 Stunden mit einem Fremdlektorat zugebracht. Es sind 15 Seiten geworden. *yippieh*

    Sprich: Um alle 1-2 Monate ein neues Buch rausbringen zu können und nebenher zu lektorieren, gönne ich mir ein Wochenpensum von 60-80 Arbeitsstunden. Essen kann man prima nebenher. Und Schlaf ist vollständig überbewertet. 😉

  22. Nachtmahr sagt:

    Sumito: Komm, puttputtputt, hier sind noch gaaaaanz viele Kartons.
    Aber Hallo! Ich bin wieder ONLINE und ich brauche das Skript, damit ich morden kann!

  23. Sandra sagt:

    Hey, ich habe das um 19.42 Uhr zu dir geschickt, wieso ist das noch nicht da?

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