Lesehäppchen aus „Jarid“

Auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Dame (bitte nein, Sigrid, nicht hauen!), hier ein Häppchen aus meinem neuen Projekt. Es hat noch keinen Titel, deshalb ist es vorerst nach dem Haupthelden benannt:

“Ist das deine Art, Befehle zu befolgen?“ Eine eisige Stimme in seinem Rücken ließ Jarid erstarren.
“Habe ich nicht gesagt, dass du ein braver Junge sein und schlafen gehen sollst?“ Der spöttische Tonfall weckte trotzigen Zorn in ihm.
“Ich bin kein braver Junge!“, knurrte er und fuhr ruckartig herum. Der Anführer der Marút stand mit verschränkten Armen da und bedachte ihn mit einem warnenden Blick von stählerner Härte.
Er überragte ihn um eine halbe Kopflänge, und trotz der lässigen Körperhaltung strahlte er Kraft und Bedrohlichkeit aus. Den Bart trug er eher kurz, das dunkle Haar war zu einem straffen Zopf gebunden, in dem sich sicherlich zwanzig oder mehr Ehrenringe befanden.
“Dass du nicht brav bist, sehe ich. Du solltest es aber ganz schnell werden. Wir nehmen dich nicht auf ein Picknick mit. Du wirst jedem Wort gehorchen, das wir an dich richten. Falls du uns aufhältst oder durch irgendwelche Anfälle von Heimweh, Angst, Starrsinn oder leichtsinniger Neugier in Gefahr bringst, kannst du dankbar sein, sollten wir dich dafür lediglich in der Wildnis zurücklassen. Habe ich mich klar ausgedrückt?“
“Ja, Herr“, murmelte Jarid gedemütigt. Er senkte den Kopf, unfähig, noch länger in das harte, markante Gesicht des Kriegers zu blicken.
“Was wirst du jetzt also tun?“
“Schlafen gehen.“
Ein leises Rascheln war alles, was er hörte, im nächsten Moment befand er sich wieder allein im Hof.
Fröstelnd rieb sich Jarid über die Arme und kehrte dann zurück ins Haus. Es war sicher kein Fehler, sich im Weinkeller zu verkriechen. In der dunklen Stille konnte er versuchen zu begreifen, dass seine Welt innerhalb einer Stunde vollkommen vernichtet worden war. Er hatte kein Zuhause mehr, keine Familie, und nicht mehr als eine vage Aussicht für die Zukunft. Ceon hatte ihm einen Brief überreicht, den er diesem entfernten Vetter in der noch entfernteren Hauptstadt geben sollte. Jarid hatte noch nie von ihm gehört – gab es überhaupt einen Verwandten, der tatsächlich bereit war, ihn bei sich aufzunehmen? Oder wollte Ceon ihn lediglich so weit weg wie möglich fortschicken, um ihn niemals mehr sehen zu müssen?
Es gibt nur einen Weg, das herauszufinden, dachte er, bevor er sich im hintersten Winkel des Weinkellers zusammenkauerte, direkt unter der Treppe, wo es am trockensten war. Seine Gedanken wanderten davon, in jene Welten, die nur ihm ganz allein gehörten. Hier war er wirklich und wahrhaftig frei …

23 Kommentare zu “Lesehäppchen aus „Jarid“”

  1. sigrid wenzel sagt:

    Also wirklich, ich würde niemals jemanden hauen. Eher noch unter Schoki/Lakritz-Entzug stellen… Was fies genug wäre.
    Aber dein „Häppchen liest sich gut an.Nur weiter so.
    (Kannst du, so nebenbei, mal einen gewissen Herrn Beck fragen, wann er seine „Schwierige Mission“ zu beenden gedenkt? Wäre ganz nett von dir…**ganzverschämtguck**)
    😉

  2. Stine sagt:

    Ohja bitte…ich warte auch schon sehnsüchtig auf Rayk und Bill =)

    Und dein kleines Schmanckerl liest sich wirklich gut. Ach Gott, und Sanna ist auch schon wieder so fleißig. Hallelujah =)

    P.S. Ich hoffe dein Glücksklee wächst und gedeiht.

  3. Sandra sagt:

    Freut mich, dass es gefällt. 🙂
    Mich auf Schoki-Entzug zu stellen, hätte Auswirkungen, die dir vielleicht nicht gefallen würden … Wenn ich an meinen Jungs verzweifle, weil sie alles tun, was sie nicht sollen, hilft mir Schoki weiter.
    Ersatzweise geht auch Lakritz.
    Aber so ganz und gar nichts, das würde zu einem Schreibabbruch führen.

    Nach der gefährlichen Mission kann ich mal fragen, ja.
    Und dem Glücksklee geht es prima. 🙂

  4. Nebelnymphe sagt:

    Oooohhh jaaa – gefällt sehr! Aber jetzt habe ich wieder seeehrrr vieellle Fragezeichen im Gesicht.
    Wieso hat Jarid kein Zuhause und keine Familie mehr?
    Wer ist der Mann mit dem stahlharten Blick und den wunderschönen Haaren?
    Wer ist Ceon? Fragen über Fragen und keine Antwort in Sicht – Hiiiilllfffeeee!
    PS: Ãœber Neuigkeiten von Rajk und Bill würde ich mich auch sehr freuen – Hr Beck soll seine LeserInnen doch bitte nicht so auf die Folter spannen.
    Lg

  5. Nachtmahr sagt:

    Habe ich da das Wort Lakritze vernommen?

  6. Sandra sagt:

    So, der weltbeste Verleger lässt ausrichten:

    „Hm, der Plot steht, einige Szenen sind schon geschrieben. Ich denke, ich schaff den letzten Teil der Mission in den nächsten 8 Wochen. Und dann überleg ich mir, ob ich das ganze Teil drucken lasse.“

    Hilft das weiter? 🙂

    Lakritze, ja. Ich hab keine. 🙁
    Muss mal meinen Liebsten einkaufen schicken. Ich selbst hab für so einen Firlefanz keine Zeit, ich muss ein Buch schreiben. Dann werden sich auch gewisse Fragezeichen bei der lieben Nebelnymphe auflösen. 😀
    Was tu ich eigentlich hier?
    *grübel*
    Egal.
    Bin schon wieder weg, ran an die Tastatur! *wuuuusch*

  7. Nebelnymphe sagt:

    Toll, na klar hilft das weiter, dann ist ja wieder Licht am Ende des Horizonts – danke an Dich für die Weiterleitung und an den „weltbesten Verleger“ für die Info (PS – drucken muß nicht unbedingt sein – Hauptsache ich bekomme das Teile elektronisch zwischen meine neugierigen Finger).
    Tja dann schiebe ich mal virtuell eine große Schüssel mit Lakritze rüber und hoffe das hilft beim Schreiben und Jungs in die Reihe kriegen.
    Lg

  8. Nachtmahr sagt:

    Ich höre schon wieder Lakritze! Menno …

  9. Sigrid sagt:

    Hmm… dann sag mal deinem Super-Verleger, ich warte…!
    Ansonsten – Mail an mich mit Adresse, ich fahre manchmal nach Aachen zu Lindt.Da könnten so`n paar Kilo schon zusammen kommen, jedenfalls was Schoki angeht.Bei Lakritz muss ich mal bei Bärenland anfragen, was es an Mengen-Rabatt gibt.
    🙂 🙂 🙂

  10. Sandra sagt:

    Boah. *staun*
    „Und führe mich nicht in Versuchung …“

  11. Nachtmahr sagt:

    Also mich kann man ruhig in Versuchung führen … 🙂

  12. sigrid wenzel sagt:

    Wie gesagt,Mail reicht.
    Obwohl es sicher noch bessere Schoki-Lieferanten gibt.
    Wir könnten aber auch in die Natural-Tausch-Währung einsteigen:
    Die nächste Geschichte gegen, sagen wir mal – 5 Kilo Schoki/Lakritz nach Wahl? Na, wäre das was?
    (Ãœbrigens bin ich für eventuell entstehendes Ãœberflüssiges Hüftgold dann nicht zuständig… das seid Ihr Zwei dann selber schuld.:))

  13. Traumleserin sagt:

    …wann darf ich mit dem neuen Werk rechnen?
    Ich bin auf total Entzug.
    Alles Gute für das Jahr 2013!

  14. Sandra sagt:

    Hey ihr Lieben,

    ich vernachlässige euch … Bin zwischen häuslichen Katastrophen und Arbeitsstress gefangen.
    Sigrid: Das wäre ein ziemlich unfairer Tausch, die nächste Geschichte dürfte deutlich günstiger kommen als 5 Kilo Schoki + Porto. *ggg*

    Traumleserin: Ich stehe topaktuell bei 34.697 Wörtern, was pi mal Daumen 170 Normseiten entspricht. Die Hälfte werde ich damit mittlerweile gepackt haben, denke ich. Irgendwelche Voraussagen, bis wann ich den Rest geschafft habe, wage ich nicht, weil ich eigentlich im Moment gar nicht schreiben, sondern bienchenfleißig lektorieren sollte. Ich bin aber zuversichtlich, dass es vor Ostern soweit sein wird.

    Alles Liebe,
    Sandra

  15. sigrid wenzel sagt:

    Hmmm…
    Bist du dir da so sicher? Immerhin scheint dich die Aussicht auf Leckerli ja zu beflügeln… Der Vergleich mit einem Pferde-ähnlichen Säugetier und etwas Wurzelwerk ist übrigens nicht beabsichtigt.
    Aber schön, das du so fleißig bist.

  16. Sandra sagt:

    Deine Frage, womit ich jetzt sicher bin, kann ich gerade nicht zuordnen …
    Es hat aber tatsächlich nichts mit leckeren Möhrchen zu tun, dass ich fleißig bin. Eher mit ein paar handfesten Kerls, die mich Tag und Nacht stalken. *flenn* Ich darf quasi gar nichts anderes mehr tun, die werden sofort biestig. Hab jetzt über 200 Normseiten in rund 3 Wochen, topaktueller Stand sind 42.680 Wörter. Die machen mich einfach irre!

  17. Sandra sagt:

    Das Ende rückt näher … 235 Normseiten, und die Helden haben sich sogar schon einmal geküsst. *ggg* Die zwei sind wirklich das zögerlichste Pärchen, das ich bislang hatte, selbst die Am’churis haben das schneller in die Reihe gekriegt.
    Aber nun gut, die zwei waren auch ziemlich abgelenkt.

  18. sigrid wenzel sagt:

    Liebe Sandra – bitte mach es nicht so spannend!!!!
    Oder muss ich dich doch mit Leckerli bombadieren???
    Hilfe!!!!!

  19. Sandra sagt:

    265 Normseiten, und die letzten zwei bis drei Kapitel liegen vor mir. Am Cover feile ich auch bereits herum. Alles wird gut. *tröst*

  20. Sandra sagt:

    Die Erstfassung ist fertig! *hüpf*

  21. Nebelnymphe sagt:

    Gratulation, da hast Du ja jetzt den Turboboost eingeschaltet oder?
    Aber bleibt noch die Frage:
    Wann darf das neugierige Volk das vor der Türe wartet eintreten und mit deinen Jungs leiden????????????????

    • Sandra sagt:

      Dangööö, ja, die Story wollte raus und hat mir freundlicherweise überhaupt keine Probleme dabei gemacht. 🙂 Jetzt kommt das Ãœbliche: Erst überarbeite ich, dann die Sanna, dann wieder ich, zwischendurch das Cover perfektionieren, dann wieder überarbeiten, und noch einmal, und dann NOCH EINMAL … Leider gab es Knatsch mit meinem Komma-Zauberer, darum muss ich jetzt wieder selbst auf die blöden Dinger achten und kann das leider nicht so gut … Aber das soll ja qualitativ so fein wie möglich sein, inhaltlich, optisch, grammatikalisch und überhaupt. Sonst könnte ich nachts nicht schlafen und dürfte kein Geld dafür verlangen.
      Aber ich werde mich beeilen, will doch schließlich auch, dass die Jungs raus in die Welt dürfen!

  22. Sandra sagt:

    So, Phase 1 ist abgeschlossen, das Skript liegt nun in Sannas fähigen Händen. 🙂

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