Einmal Kreis, quadriert bitte …

Ich ärgere mich gerade über mich selbst.
Warum kann ich bei seltsamen Rezis zu meinen Büchern nicht einfach „aha“ sagen und zurück zur Tagesordnung gehen? Stattdessen beschäftigt mich so etwas tagelang, besonders dann, wenn es totaler Blödsinn ist.
So meinte letztens eine Leserin, sie wäre enttäuscht von meinen Am’churi 2, ich hätte mir doch echt etwas eigenes einfallen lassen können statt beim Herrn der Ringe zu klauen.
*grübel*
Ja nee.
Is klar.
Herr der Ringe kenne ich auswendig. So gut es halt bei so viel Geschichte geht, nachdem man das Buch ca. 12 Mal auf Deutsch und 2 Mal auf Englisch gelesen hat.
Zugegeben, meine eine Heldin, die Gimli so ähnlich sein soll, hat eine burschikose Art an sich. Sie ist Schmiedin und sieht aus wie ein wandelnder Höhlenbär, da ist es für Frau ganz nützlich, sich eher „derb“ als „lieblich“ zu geben.
Dachte ich jedenfalls.
Aber sie besäuft sich nie, würde auch niemals rauchen, hat mit den Schattenelfen vor Ort weniger Probleme als die meisten anderen, hält nichts von Wettkämpfchen irgendeiner Art und versucht auch nie andere davon zu überzeugen, dass sie genauso gut wie ein Elf ist.
Und ja, mein Lieblingsheld muss seinem Schicksal unter der Erde begegnen.
In eine Höhle voller ausgehungerter Drachen.
Da erinnert nichts an orkhaltige Zwergenminen. Oder an die Wohnung einer kuschelig-knuddeligen Riesenspinne. Oder an Mordor. Nicht einmal an Smaugs Schlafkammer, ehrlich.
Ich könnte also ganz entspannt sagen: Liebelein, wenn du meinst, dann ist’s wohl so, vielleicht hab ich ja ein anderes Herr der Ringe gelesen als du.
Eine liebe Freundin, mit der ich darüber gesprochen hatte, hat mich dann allerdings doch verunsichert.
Sie machte mich darauf aufmerksam, dass in beiden Fällen, nämlich Tolkiens Meisterwerk und mein bescheidenes Geschichtchen, eine Gruppe von Helden loszieht, um das Schlimmste zu verhindern.
Und sie brachte mich darauf, dass Herr der Ringe verdammt viel Ähnlichkeit mit Rapunzel hat. In beiden Büchern gibt es nämlich einen Turm von entscheidender Bedeutung. *grübel*
Sprich, Tolkien hat bei den Gebrüdern Grimm geklaut.
Das hat mich schwer erschüttert.

Ein(e) andere(r) RezensentIn war gestern ebenfalls von mir enttäuscht. Offenbar hat irgendetwas von meinen Rashmindern Ähnlichkeit mit irgendetwas, was bei „The Assignement“ und „Fish&Chips“ geschieht.
*RAAAAAAAAAAAAAAAAAH*
Wenn ich jetzt nur mal wüsste was, letzteres Buch kenne ich ja noch nicht einmal!
So.
Und jetzt ärgere ich mich eben über mich selbst, weil ich nicht lässig mit den Schultern zucken und sagen kann: Na und?

Ich verstehe es auch nicht. Würde irgendjemand Julia Quinn kreuzigen, nur weil man bereits vor Aufschlagen ihrer Bücher weiß, dass sich darin
a) ein tortured Hero befindet, der auf-gar-keinen-Fall heiraten will und
b) eine rebellische Heldin rumläuft, die das auf-gar-keinen-Fall durchgehen lassen will und
c) am Ende, nach zahlreichen Verwicklungen und Abenteuern und seelischen Ausnahmezuständen beide glücklich verheiratet sein werden.

Schimpft irgendjemand über Vampirromane, in denen ein äußerst gequälter Held seine Seelenliebe, eine äußerst gequälte Heldin, davon überzeugen muss, dass sie wirklich gut zusammenpassen?
Oder über Detektivstorys, in denen Morde aufgeklärt werden? *kreisch* Vorzugsweise von geschiedenen Kommissaren mit Alkoholproblemen oder dynamischen Duos verschiedener Konstellation?
Warum wird von Fantasyautoren verlangt, dass sie jedes Mal das Rad neu erfinden, einen Kreis quadrieren, dabei aber bitte schön nicht zu weit vom Gewohnten abweichen, denn der Leser will ja auch vertraute Muster haben!?

Da ich das Rad ganz prima finde, so wie es ist, mit Geometrie eh nicht klar komme und vertraute Muster durchaus gerne anbiete, müsste ich jetzt wirklich nur fröhlich hüpfen und sagen: „NA UND!“
Vielleicht lerne ich das ja noch.
Und sehe mich nicht jedes Mal zwanghaft genötigt, mich stunden- und tagelang mit solchem Unfug auseinanderzusetzen. *seufz*

3 Kommentare zu “Einmal Kreis, quadriert bitte …”

  1. Nowaki sagt:

    Hallo Sandra

    Ich glaub ja nicht was ich da lese. Was soll das denn?

    Ok…vielleicht bin ich nicht die Richtige die ihren Senf dazu geben sollte. Hab das Buch noch nicht gelesen, sondern nur den Film gesehen (den aber schon öfter^^).
    Ich sehe da nichts, was darauf schliessen könnte, das du von Tolkien geklaut hast.
    Was Die Gruppe der Helden angeht…ähm…wo bitte gibt es denn keine Helden die im Endeffekt die Welt retten müssen.
    Ganz banale Beispiele; sind zwar Comics, aber die kennt nun mal fast jeder und im Prinzip läuft es auf das gleiche hinaus: Die fantastischen Vier, X-Men und man könnte ewig so weitermachen.
    Es ist bei Filmen und Videospielen doch genauso. Es kommen halt immer ein paar Dinge vor die sich ein wenig ähneln, aber das ist doch garnicht mehr zu verhindern, bei diesem Ausmaß an Büchern (in jeglicher Form), Filmen und Videospielen.
    Helden sind nun mal dafür da um die Menschheit vor jeglichen Ãœbel zu beschützen. Wofür sollte man sonst einen, oder mehrere Helden erschaffen.
    Was du über die Vampirromane geschrieben hast stimmt…ich hatte da nie wirklich drüber nachgedacht. Was solls…es ist doch trotzdem jeder auf seine eigene Art einzigartig.
    Warum sollte ich denn an der Herr der Ringe denken, wenn die Am’churi doch eine ganz andere Geschichte ist. Ist doch blödsinn. Soll das nun heissen es darf keinen Schmied mehr in irgenteinem Heldenteam/gruppe/gemeinschaft geben? Dann aber bitte auch keinen Schwertkämpfer oder Bogenschützen. Oh…gute und böse Zauberer dürfen dann auch nicht mehr in Fantasybüchern auftauchen. Könnte man ja mit Gandalf und Saruman vergleichen.
    Gut hab mir jetzt doch genug Luft gemacht.

    Ich wünsche Dir und allen anderen Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr

    Bis dann
    Nowaki

  2. blackcat sagt:

    Ach Sandra

    Was regst Dich denn auf, es gibt doch immer so nette Besserwisser die ein nichtvorhandenes Haar in der kalten Suppe finden.
    Lass Sie schreiben und nörgeln, sieh es als gutes Werk von Dir an dass Du es liest und das wars dann.
    Ich persönlich finde ja, wenn man Bücher oder jetzt E Books liest dann wird man im Enddefekt doch immer wieder auf bekanntes stoßen Und was solls?
    Wenn ich Musik höre hör ich doch auch oft das gleiche.
    Ärgere Dich nicht, bringt nix, lenkt Dich nur vom Schreiben ab, das kannst Du Dir aber nicht leisten, da gierige Leser dringend Nachschub fordern

    Viele Grüße und ein gutes produktives ,Gesundes und Glückliches neues Jahr

  3. Christin sagt:

    Hallo,

    von mir auch ein frohes, vor kreativen Ideen nur so überschäumendes, neues Jahr. Ich hoffe, du und deine Familie haben die Festtage gut überstanden.

    Ich weiß was du meinst… solche Kommentare würden mich ebenfalls wach halten. Ich kann den anderen aber nur zustimmen. Versuch nicht mehr darüber nachzudenken, solche Rezis wirst du immer wieder zu lesen bekommen. Erbsenzähler gibt es überall und einige von Ihnen wollen natürlich ihre Erkenntnisse mit der Welt teilen (konstruktive Kritik sieht wirklich anders aus)
    Nowaki hat´s auf den Punkt gebracht, da lässt sich nichts mehr hinzufügen.

    LG Christin

    P.S.:Mal sehen, was mir beim Lesen von „Rashminder Nächte 2“ so auffällt 😉

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